Die Zeiten, in denen eine einfache Türkette ausreichte, um sich in den eigenen vier Wänden weitgehend sicher zu fühlen, sind leider vorbei. Sicherheit im privaten Wohnumfeld ist ein Thema, das in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Wie also lässt sich das eigene Haus und das eigene Grundstück effektiv sicherer machen und was sollte man beim Thema Einbruchschutz beachten?
Individuelle Risikobewertung als Grundlage für die Maßnahmenplanung
Zunächst einmal gilt es, eine individuelle Risikoanalyse und Risikobewertung durchzuführen, um etwaige Schwachstellen am Haus oder Grundstück zu identifizieren. Häufig sind Schwachstellen in schlecht beleuchteten Eingängen, ungesicherte und leicht zugängliche Fenster im Erdgeschoss oder auch ungesicherte Nebeneingänge wie Garagen- oder Terassentüren. Eine systematische Analyse und eine realistische Einschätzung potenzieller Schwachstellen, bildet die Grundlage für die Planung der erforderlichen Maßnahmen.
Grundstücksschutz beginnt an der Grundstücksgrenze
Als Erstes sollte das Grundstück bestmöglich abgesichert werden, denn Schutz beginnt bekanntlich am Gartenzaun bzw. der Grundstücksgrenze. Massive Mauern oder stabile, robuste Metallzäune eignen sich am besten, um ein unbefugtes Betreten des Grundstücks effektiv zu verhindern. Robuste, abschließbare Tore oder Türen ermöglichen befugten Personen weiterhin den Zugang.
Tür- und Zugangssicherung: Potenziellen Einbrechern den Zugang erschweren
Beim Thema Tür- und Zugangssicherung muss gewährleistet sein, dass alle Eingänge (Türen, Fenster, Garagen, Gartentore, Terrasse, etc.) massiv verriegelt werden können – zusätzliche Verriegelungen wie beispielsweise Panzerriegel oder Mehrfachverriegelungssysteme, können die Sicherheit zusätzlich erhöhen. Für Fenster eignen sich spezielle Sicherheitsverriegelungen (z. B. nach DIN 18257) oder Gitter, die ein unbefugtes Öffnen von außen effektiv verhindern. Elektronische Türsysteme mit PIN, Chipkarte oder Fingerprint bieten unter Umständen zwar einige Vorteile, insbesondere wenn es um verlorene Schlüssel geht, aus sicherheitstechnischen Aspekten sind sie allerdings kritisch zu beurteilen, da sie von Elektronik abhängig sind und bei einem Ausfall den Zugang blockieren könnten.
Darüber hinaus sind Video-Türsprechanlagen empfehlenswert, um Besucher schon erkennen zu können, bevor man die Tür öffnet. Smarte Systeme, die per App auch von unterwegs aus gesteuert bzw. genutzt werden können, sind besonders praktisch, um im Zweifel auch zu wissen, wer bei persönlicher Abwesenheit so vor der Tür steht.
Außenbeleuchtung als Einbruchsschutz
Ein gut durchdachtes Beleuchtungskonzept für den Außenbereich ist ebenfalls elementar, um die Sicherheit des eigenen Zuhauses zu erhöhen. Beleuchtung mit Bewegungsmeldern an Einfahrten, Zufahrten, Hinterhöfen, Gartentoren oder Terrassentüren verhindert dunkle Ecken, die potenziellen Einbrechern Schutz und Tarnung bieten können. Moderne LED-Leuchten mit Dämmerungssensoren für den Außenbereich sind besonders energieeffizient, wartungsarm und langlebig.
Videoüberwachung zur Abschreckung und Beweissicherung
Videokameras wirken zunächst einmal abschreckend auf potenzielle Einbrecher und können im Zweifel wertvolle Beweise liefern. Empfehlenswert ist, je nach individueller Wohnsituation, die Überwachung von Einfahrten, Zugangswegen, Garagen und Hauseingängen. Wichtig zu beachten ist hierbei, dass Kameras bei privaten Videoaufnahmen ausschließlich das eigene Grundstück erfassen dürfen, um nicht gegen Datenschutzrichtlinien zu verstoßen. Auch hier bieten smarte Varianten die Möglichkeit, die Kameras von unterwegs aus einsehen zu können.
Smarte Alarmanlagen für Einbruchalarm per App
Moderne Alarmsysteme sind erschwinglich und nicht nur in der Lage, Alarm auszulösen, wenn verdächtige Bewegungen oder das Öffnen von Fenstern oder Türen registriert werden. Intelligente Systeme können auch direkt eine Nachricht auf ein Smartphone oder an einen Sicherheitsdienst senden. Viele Alarmsysteme lassen sich unkompliziert nachrüsten und sind somit auch ideal für Bestandsimmobilien geeignet.
Um zu wissen, welche Lösung die beste für das eigene Zuhause ist, empfiehlt es sich, aktuelle Testberichte, etwa diesen Alarmanlage Test zu nutzen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Ein solcher Test erklärt verständlich, worauf Verbraucher bei aktuellen Alarmanlagen achten sollten und welche Kriterien in diesem Zusammenhang wirklich relevant sind.
Häufige Fehlannahmen rund um Einbruchschutz und Technik
Annahme: Einbrecher kommen nur abends oder nachts.
Falsch. Der überwiegende Teil der Einbrüche (rund 42 %) findet am helllichten Tag statt, insbesondere in der dunklen Jahreszeit.
Annahme: Effektiver Einbruchschutz ist teuer.
Falsch. Viele mechanische und technische Nachrüstungen (Fenstergriffe, Schlösser, moderne Kameras und Alarmsysteme etc.) sind erschwinglich und wirksam.
Annahme: Von außen sichtbare Alarmanlagen locken Diebe geradezu an.
Falsch. Die abschreckende Wirkung von sichtbaren Alarmanlagen gilt als statistisch erwiesen.
Fazit
Welche Maßnahmen wirklich sinnvoll sind und die Sicherheit effektiv erhöhen können, ist immer von den individuellen Gegebenheiten vor Ort, und dem eigenen Sicherheitsempfinden abhängig. Im Zweifel ist es durchaus sinnvoll, sich von Experten beraten zu lassen. Auch die Polizei bietet regelmäßig kostenlose Beratung zum Thema Einbruchsschutz und Einbruchsprävention an.
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